Trockenheit


Die dritte Wohnung stellt ein Stadium des Übergangs dar. Der Beter hat hier unter der sogenannten „Trockenheit“, zu leiden. Der Brunnen gibt kein Wasser mehr her. Man hat kaum mehr Erfahrungen der inneren Nähe Gottes. Mündliches Gebet und Betrachtung sind schwierig geworden. Die eigenen Fehler bedrängen das Bewußtsein.

Es liegt hier nach Teresa ein Wirken Gottes vor. Man könnte es nur mit dem paradoxen Begriff des „passiven Eingreifens“ umschreiben. Gott entzieht auf dieser Stufe dem Menschen die einmal geschenkten Gnaden, um ihn seine Abhängigkeit spüren zu lassen.

Es ist Teresas nüchterner Realitätssinn, der sie vor drei Gefahren warnen läßt: Man soll die eigenen Fehler nur ja nicht für von Gott verhängte Prüfungen und Läuterungen (und damit Gnaden) halten; man darf nicht versuchen, mit eigenen Mitteln vorankommen zu wollen; man soll nicht versuchen, andere zu missionieren.



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Copyright © 1999 Pfr. B. Dietrich und Dr. M. Schwarten
Letzte Änderung am 19. März 1999 um 16:00