4. „Tun wir, was wir können...“


Gerade weil Teresa sich selber völlig im klaren darüber war, wie schwer der Dienst an und im Reich Gottes sein kann, und weil sie diesen Schwierigkeiten als Frau zu Leibe rückt: realistisch und mit dem sicheren Blick für das Gebot der Stunde, kühn, ohne sich von der Übermacht der ihr an Bildung weit überlegenen männlichen Kirchenvertreter entmutigen zu lassen, kann sie uns heute Vorbild sein.

Eine starke, in sich - weil in Gott - gefestigte Persönlichkeit ist Teresa gewesen, trotz immer neuer Krankheiten (wohl psychosomatischen Ursprungs) und physischer Strapazen, die sie im paulinischen Sinn als „Nichts“ erachtet, wenn nur Sein Wille geschieht.

Die Existenzangst im heutigen Sinn von Seinsschwäche. (Eugen Biser) kannte sie nicht. Dennoch sah sie - für ihre Zeit hellsichtig genug -, daß so oder so diese Welt nicht aufhört, „in Flammen zu stehen“ (Cam. de perf. 1, 5) und daß es „keinen Frieden auf Erden“ gibt, wie sie es in einem Lied zu einer Profeß formuliert.22 Und sie zieht daraus den sinnvollen Schluß: „Jetzt ist keine Zeit, mit Gott über geringfügige Dinge zu verhandeln“ („tratar negocios de poca importancia“ vgl. ebd.).

Teresa hat die Angst bis in die Tiefen ihres sensiblen Herzens empfunden, aber sie ist nie trostlos geworden, denn sie konnte wenigstens aufschreien zu Ihm, dem lebendigen Gott, an dessen Gegenwart sie durch alle Trockenheit und Nacht hindurch glaubte.



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Copyright © 1999 Pfr. B. Dietrich und Dr. M. Schwarten
Letzte Änderung am 19. März 1999 um 16:00